Der Verein

Der Tennisclub Much e.V. wurde am 7. Juli 1961 gegründet und hat aktuell mehr als 200 Mitglieder. Es stehen fünf Ascheplätze zur Verfügung.

Chronik des Tennisclub Much e.V.

1961 Herr Groessgen, ein Kölner Bürger, lässt sich 1960 im St. Josephs-Haus, dem damaligen Kloster, Krankenhaus, Alten- und Erholungsstätte nieder. Schon nach kurzer Zeit scheint ihm das Rentnerdasein nicht zu genügen. Er, der in seinem Leben immer Sport betrieben und sogar ein Lehrbuch über Tisch­tennis geschrieben hatte, sinnt nach Möglichkeiten, sich auch im Alter und in seiner neuen Wahlheimat Much für den Sport einzusetzen.

Durch die Gespräche mit seinem Hausarzt Dr. A. Probst erfährt er, dass es mittlerweile auch in Much einen kleinen Kreis von Bür­gern gibt, die sich für Tennis interessieren.

Der Funke beginnt zu sprühen, und nur durch rege Mundpropaganda findet sich bald eine Anzahl von Bürgern der Gemeinde Much, die schon am 7. Juli 1961 von Herrn Groessgen zu einer Versammlung eingeladen werden können.

Die anwesenden 31 Damen und Herren beweisen Mut, denn sie gründen noch am selben Abend den Tennisclub Much e.V.
Die Gründungsurkunde unterschreiben: Hermann Pfeil, Edith Buse, Kurt Wasner, Dr. Maria Bergener, Fritz Wilhem, Erna Pfeil und Karl-Josef Berg.

Gründungsurkunde TC MuchZum ersten Vorsitzenden wird Werner Groessgen gewählt. Wohl aus Dankbarkeit und Freude über die gelungene Gründung des Tennisclubs überreicht Herr Groessgen noch im selben Monat allen Clubmitgliedern eine von ihm geschriebene Broschüre mit dem Titel „Von der Technik des Tennisspiels" gewidmet dem TC Much zu seinem Gründungstag. Sein Vorwort schließt mit dem Satz: „Nur wer die Grundlagen, das Elementare beherrscht, kann seinem Spiel die veredelnde Durchgeistigung schenken, die man durchdachtes Spiel oder Taktik nennt. Sie erst vermittelt die gro­ße Freude, die der Spieler empfindet." Bald macht sich Herr Groessgen mit seinem neugewählten Vor­stand auf die Suche nach einem geeigneten Gelände für den Bau eines Tennisplatzes. Nur kurze Zeit dauern die Verhandlungen mit der Gemeinde Much über die Anpachtung der freien Fläche hinter der damaligen Realschule.

Die Mitgliederversammlung vom 1.9.1961 beschließt dann auch den Bau eines Platzes an dieser Stelle.

Für einen jährlichen Anerkennungspachtpreis von DM 5,- wird am 15. September 1961 mit der Gemeinde Much als Grund­stückseigentümer ein Pachtvertrag auf zunächst fünf Jahre abgeschlossen. Im Eiltempo werden Maschendraht und Eisenpfähle für die Umzäunung, sowie zusätzliches Schlackenfüllmaterial gekauft. Sogar eine Walze wird angeschafft.

Am 29.09.1961 schreibt der Vorsitzende Herr Groessgen die Kreissparkasse in Much wegen eines Darlehens an. Darin heißt es: „Die zu errichtende Anlage kostet nur DM 4.000,-. Durch Baugaben unserer Mitglieder sind DM 3.108,- teils durch Barguthaben, teils durch bereits gekauftes Material vorhanden. Zur Deckung der vorübergehend fehlenden DM 900,- bitten wir um ein Überbrückungsdarlehen... Als Sicherheit können wir Ihnen nur anbieten die charakterliche Qualität unserer Mitglieder, die fast ausnahmslos Kunden der Sparkasse sind." Am 31. Oktober wird das Darlehen zur Verfügung gestellt.


In Eigenleistung wird mit dem Einsetzen der Zaunpfähle begon­nen, ein Fahrzeug der Gemeinde Much übernimmt das Verteilen von Schlackenmaterial zur Regulierung des Untergrundes. Dass Herr Groessgen ganz in seiner neuen Aufgabe aufgeht, zeigt ein Brief an alle Mitglieder, datiert auf den 6.12.1961. Hieraus wörtlich: „Wie ein Märchen mutet es an, dass ein Club von 20 Er­wachsenen und einer Hand voll Jugendlicher sich ohne geldliche Unterstützung von behördlicher oder sportlicher Seite eine ord­nungsgemäße Tennisanlage baut. Der Vorstand dankt allen Mitgliedern für die pünktliche Leistung der Beitragsvorauszahlung... Wir werden im Frühjahr, so Gott will, im Freien spielen." Dieser Brief ist sozusagen die letzte Botschaft eines Menschen, dem der Sport so sehr am Herzen lag.

Am Tage darauf verstirbt Werner Groessgen.

1962/63 Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16.01.1962 steht als einziger Punkt die Neuwahl des Vorstandes an. Gewählt werden: Fritz Wilhelm (Vorsitzender), Hermann Pfeil (Kassierer), Edith Buse (Schriftführerin).

Auch für den neuen Vorstand ist die dringlichste Aufgabe, den Platzbau voranzutreiben. Zur Debatte steht zu der Zeit immer noch das Grundstück hinter der damaligen Realschule. Bald jedoch erweist sich der Plan als nicht realisierbar, da mit einer Er­weiterung der Realschule in naher Zukunft zu rechnen ist. Es müssen neue Alternativen gesucht werden. Zwischendurch verlangen aber auch so ganz alltägliche Dinge wie die Zuordnung des Clubs zum richtigen Verband die Aufmerksamkeit des Vorstandes. Auch hier meint man anfangs Alternativen zu haben und meldet sich im August 1961 beim Westfälischen Tennisverband an. Die erste Zahlungsaufforderung (Verbandsbeiträge) bringt es an den Tag.

Das Hauptaugenmerk kann wieder auf das Wesentliche, die Standortsuche, gerichtet werden. An der Reichensteiner Mühle glaubt man, den geeigneten Ort für eine Tennisanlage gefunden zu haben. Die strengen Auflagen der Wasserbehörde bringen dieses Vorhaben jedoch zu Fall. Ebenso erfolglos sind die Bemühungen, die Anlage hinter der alten Landwirtschaftsschule (Gelände des heutigen Schulzen­trums) oder in der Nähe des Sportplatzes zu verwirklichen.

Wie muss es den Mitgliedern eines Sportvereines zu Mute gewe­sen sein, die immer noch keinen Platz zur Ausübung ihres Sports gefunden haben? Dieser Zustand soll noch einige Jahre andau­ern. Um die Mitglieder bei der Stange zu halten, lässt der Vorstand sich Einiges einfallen. Per Rundschreiben werden Durchhalteparolen verschickt. Man schafft Möglichkeiten, ein- bis zweimal wöchentlich einige Stunden in der Turnhalle Sülzberg oder in der damals neugebauten Traglufthalle in Neunkirchen zu spielen. Aus dieser Zeit stammt eine Rechnung der Gemeinde Much von 1962: „Die Benutzungsgebühr für die Halle beträgt pro Stunde 0,80 DM." (gemeint war hier die Turnhalle Sülzberg)

Der für den Zusammenhalt des jungen Clubs wichtigste Faktor ist die intensive Pflege der Geselligkeit. Dieser Umstand wird wesentlich begünstigt durch den familiären Charakter des Vereins mit seinen zunächst nur 35 Mitgliedern.

1963 Endlich wird die Idee geboren, die realisierbar ist. Die Gemeinde Much bietet an, ein Grundstück in der Talstraße zur Verfügung zu stellen; zum Leidwesen der Kinder, die diese Wiese bisher als Bolzplatz nutzten. Natürlich weiß man von Beginn an, dass hier eine Erweiterung der Anlage nicht möglich ist, doch es gilt das Motto: Erst einmal anfangen, und das sehr bald.

Nun heißt es, Pläne zu erstellen, öffentliche Gelder zu beantragen und Behörden aufzusuchen. Für dies alles ist sich der Vorsit­zende nicht zu schade.

1965 In diesem Jahr tritt die Planung in die entscheidende Pha­se. Bedingung für den Erhalt der Zuschüsse ist eine Änderung der Satzung. Darüber hinaus erweitert man den Vorstand um den stellvertretenden Vorsitzenden und drei Beisitzer. Gewählt werden: Vorsitzender Fritz Wilhelm, Stellvertreter Dr. Armin Probst, Schriftführerin Käthi Knipp, Kassierer Herman Pfeil, Beisitzer To­ni Knipp, Josef Wald, Dr. Maria Bergener.
       
Platzfläche im Rohbau fertiggestellt

Als Hemmschuh für die Fortführung des Platzbaus erweist sich immer wieder die Finanzlage. Dies wird meist schnell und unbürokratisch bewältigt durch vorgezogene Beitragszahlungen, zinslose Darlehen, Spenden; in besonders prekären Situationen händigen einige Mitglieder dem Vorstand sogar Blankoschecks aus. Somit steht dem ersten Spatenstich bald nichts mehr im Wege.
     
Spatenstich Platz Talstraße

Fortan sind die Samstagvormittage für die Mitglieder mit größeren Aufgaben reserviert. Da tummeln sich die Kinder in dem interessanten Sandhaufengelände, während die Väter harte Fronarbeit verrichten und die Mütter Brötchen und Bierkästen heranschleppen. Im Herbst ist es endlich soweit. In Anwesenheit von Bürgermeister Weißenberg wird der Platz offiziell seiner Bestimmung übergeben. Im Rahmen der Feierlichkeiten demonstrieren Tennisspieler aus Köln ihr Können. Zu diesem Zweck nehmen die Gäste hinter der Umzäunung auf mehreren Stuhlreihen Platz.     
Wohlverdiente Pause

In der Folgezeit wird der Platz mit Begeisterung von den Clubmitgliedern angenommen. Endlich ist eine eigene Spielgelegenheit geschaffen! Der erste Ärger lasst allerdings nicht lange auf sich warten: Bereits im Dezember treten Schäden am 30.000.-DM teuren Platzbelag auf. Sie werden auf dem Kulanzwege beseitigt.

         
Toni Knipp genießt das Geschaffene1976 Die Mitglieder entscheiden sich für den Bau von Ascheplätzen. Ein erstes konkretes Angebot einer Fachfirma über 43.000,- DM liegt vor. Ergänzt durch erforderliche Nebenanlagen erhöhen sich die Kosten auf 55.000,- DM. Schon zu diesem Zeitpunkt beschließt der Vorstand, neue Mitglieder zu werben, weil sich in naher Zukunft mehr Spielmöglichkeiten ergeben werden.

1977 Im Frühjahr beginnt der Bau der beiden Plätze. Arbeiten, für die innerhalb der Mitgliedschaft Erfahrung und auch die notwendigen Geräte vorliegen, werden in eigener Regie durchgeführt. Hierbei zeigen sich Idealismus, Initiative und Opferbereitschaft bei einigen Mitgliedern in besonders großzügiger Weise. Diese Eigenleistungen sind neben den zu erwartenden Zuschüssen in Höhe von ca. 42.000,- DM ein wesentlicher Posten der Finanzierung. Die zügig vorangehenden Arbeiten an den Plätzen lassen schnell den Wunsch nach einem neuen Clubhaus aufkommen und führen im gleichen Jahr noch zu einem ersten Entwurf durch den Architekten Dieter Schaudinn, der als engagiertes Mitglied seine fachliche Kompetenz spontan einbringt.

Die Mitgliederversammlung bestätigt den Vorstand auf allen Posten. Die Kontinuität bleibt gewahrt. Für eine Darlehensaufnahme in Höhe von 20.000,- DM für die Finanzierung der neuen Plätze wird der Vorstand ermächtigt. In einer außerordentlichen Mit­gliederversammlung im Juni muss diese Summe auf 40.000,- DM aufgestockt werden. Die Gründe sind die zeitliche Verzögerung bei der Auszahlung der Zuschüsse und die gestiegenen Baukosten. Einem Antrag aus den Reihen der Mitglieder, noch in diesem Jahr eine Umlage von 100,- DM pro Mitglied zu erheben, wird stattgegeben.

1978 Das neue Clubhaus nimmt auf dem Papier Gestalt an. Zu diesem Zeitpunkt denkt man noch an einen Standort unmittelbar vor Platz 1 und schätzt die Kosten auf ca. 100.000,- DM.

Die im Vorjahr eingeleitete Mitgliederwerbung hat Erfolg. Die Zahl steigt auf 146 an. Der Vorstand begrenzt die Mitgliederzahl auf 180 Vollmitglieder. Das Engagement der Mitglieder bei den angesetzten Arbeitsein­sätzen lässt in diesem Jahr stark nach, dennoch können die Plätze am 17. Juni offiziell einge­weiht werden.

Von Gemeindedirektor Hautkappe und Bürgermeister Wilhelm werden mit einem goldfarbenen Tennisball die ersten Schläge ausgeführt. Die Plätze sind eröffnet. Es schließt sich ein Mannschaftswettkampf unserer Damen gegen Wahlscheid an. Das hervorragende Wetter, die erschienenen Gäste (darunter die Vorsitzenden der Mucher Vereine) und die in großer Zahl anwe­senden Clubmitglieder geben diesem Ereignis den würdigen Rahmen.

Erstmals nehmen in dieser Saison zwei Herrenmannschaften an den Verbandsspielen teil. Dem Damentennis im TC Much gelingt ein wichtiger Schritt. 1979 kann zum ersten Mal eine Mannschaft für Medenspiele gemeldet werden. Aber auch Karl Josef Berg, Kassierer des TC Much, wagt einen Schritt in die Zukunft. Ab Juli übernimmt das Rechenzentrum der Kreissparkasse den Einzug von Mitgliederleistungen durch Lastschriftverfahren.

1979 Weil die Spielmöglichkeiten inzwischen nicht mehr ausreichen, keimt die Idee, zusätzlich zu den vorhandenen zwei weitere Plätze zu bauen. Die Mitgliederversammlung unterstützt dieses Vorgehen auf ihre Weise, indem sie den Vorstand ohne Änderung wiederwählt und sogar einer Beitragserhöhung zustimmt.

Die Kosten für das geplante Clubhaus haben sich in der Zwi­schenzeit auf 230.000,- DM erhöht. Der Baubeginn wird voraus­sichtlich erst 1980 erfolgen. Das sind schlechte Aussichten für die nächsten Jahre. Doch wieder ist es die Fa. Dr. Fink-Stauf, die dem Verein Hilfe zukommen lässt. Eine Baubude, später die „Grüne Bude" genannt, wird vor Platz 1 aufgestellt. Endlich ist eine Gelegenheit da, um auch an der neuen Tennisanlage nach beendetem Spiel der Geselligkeit zu frönen; spontane, abendliche Fe­ten sind von nun an keine Seltenheit mehr. Mit preisgünstigem Mobilar aus dem „unmöglichen Möbelhaus" wird eine wohnliche Atmosphäre in der Baracke geschaffen.

1980 In diesem Jahr wird mit dem Bau der neuen Plätze 3 und 4 begonnen. Dies hat zwangsläufig auch finanzielle Auswirkungen. Die Kapitalanteile der Mitglieder gehen endgültig in den Besitz des Vereins über. Darüber hinaus wird eine weitere Umlage in Höhe von 200,- DM beschlossen.

Jetzt, als die genaue Lage der geplanten Plätze festliegt, kommen neue Ideen für das zu bauende Clubhaus auf. Der endgülti­ge Standort zwischen Platz 2 und 3 wird gefunden. Die grüne Baracke wird kräftig zum Feiern genutzt. Manchmal auch zu kräftig, wie der an einer Stelle durchgebrochene Fußboden belegt. Der inzwischen schon etwas betagte Maisstroh-Teppich überdeckt jedoch auch diese Schwächen.


Das neu erbaute Clubhaus1981 Die Ereignisse überschlagen sich. Die beiden neuen Plätze sind rechtzeitig zu Beginn der Saison bespielbar. Den Auftrag für den Rohbau des Clubhauses erteilt man Anfang des Jahres.



1982 Im April ist es soweit: Das von Dieter Schaudinn geplante Clubhaus fügt sich harmonisch in die Gesamtanlage ein und kann seiner Bestimmung übergeben werden. Eine in sich harmonische Gesamtanlage ist damit fertiggestellt. Aber diese wunderschön gelungene Anlage hat auch ihren Preis: Wieder einmal ist eine Umlage in Höhe von insgesamt 200,- DM fällig.

 

Wenn Sie mehr über unseren Tennisclub und seine Historie wissen möchten, können Sie gerne unsere Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum unter "Kontakt" anfordern.

Nach oben